Kambodscha/Thailand: Beide Seiten müssen verhindern, dass die Zivilbevölkerung durch erneute Feindseligkeiten weiter gefährdet wird

Als Reaktion auf Berichte über erneute bewaffnete Zusammenstöße entlang der Grenze zwischen Kambodscha und Thailand am Montag erklärte Montse Ferrer, Regionaldirektorin für Recherche bei Amnesty International:

„Die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten an der Grenze zwischen Thailand und Kambodscha birgt die Gefahr für das Leben der Zivilbevölkerung, Massenvertreibungen und die Zerstörung lebenswichtiger ziviler Infrastruktur.

„Die Regierungen Kambodschas und Thailands müssen alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Zivilbevölkerung im Einklang mit dem humanitären Völkerrecht zu schützen und weitere Risiken für die Zivilbevölkerung zu verhindern.

„Angesichts besorgniserregender Berichte über zivile Opfer am Montag fordern wir die internationale Gemeinschaft dringend auf, Druck auf beide Regierungen auszuüben, damit sie ihren Verpflichtungen nachkommen, die Auswirkungen des Konflikts auf die Zivilbevölkerung und zivile Objekte so gering wie möglich zu halten.“

Hintergrund

Tausende Menschen flohen am Montag, dem 8. Dezember, aus Städten und Dörfern im Grenzgebiet zwischen Thailand und Kambodscha, als die heftigen Kämpfe zwischen den beiden Ländern, die sich im Juli auf einen Waffenstillstand geeinigt hatten, wieder aufflammten.

Kambodschanische Behördenangaben zufolge kamen bei den Kämpfen am Montag mindestens vier kambodschanische Zivilist*innen ums Leben, während thailändische Behörden angaben, dass ein thailändischer Soldat getötet wurde.

Die Spannungen zwischen Thailand und Kambodscha eskalierten im Mai 2025; seitdem sollen mehr als 40 Menschen infolge des Konflikts ums Leben gekommen sein.

Kambodscha hatte zuvor behauptet, Thailand setze in dem Konflikt international verbotene Streumunition ein. Bedenklicherweise stellten die Königlich-Thailändischen Streitkräfte in einer Pressemitteilung sowie ein Sprecher des thailändischen Militärs im Juli 2025 klar, dass die Armee bei Bedarf auf Streumunition zurückgreift, um militärische Ziele anzugreifen, sofern dabei der Rechtsgrundsatz der Verhältnismäßigkeit eingehalten wird. Amnesty International unterstützt das Verbot von Streumunition, da diese große Gebiete mit zahlreichen Blindgängern verseuchen kann, die auch lange nach Beendigung der Feindseligkeiten eine Gefahr für die Zivilbevölkerung darstellen.

https://www.amnesty.org/en/latest/news/2025/12/cambodia-thailand-both-sides-must-prevent-further-risk-to-civilians-from-renewed-hostilities/

30. September 2026